Digitale Identität - Teil IV

14. Januar 2026
5 Min Lesezeit

Identität braucht Technik. Aber nicht jede Technik passt überall.

Damit digitale Identität im Alltag funktioniert, braucht es verlässliche und akzeptierte Technologien, mit denen Menschen sich identifizieren, authentifizieren und handeln können. Ob beim Betreten des Gebäudes, an der Stempeluhr oder beim Login ins Mitarbeitendenportal – Identifikation ist der Einstiegspunkt in fast jeden Arbeitsprozess.

Drei gängige Technologien im Überblick

1. Smartcards – bewährt, einfach, universell
Kontaktlose Chipkarten mit eindeutiger Zuordnung zur Person
Häufig im Einsatz für Zeiterfassung, Zutritt, Drucksysteme oder Kantine
Robust, leicht zu ersetzen, auch optisch individualisierbar

Geeignet für:
Verwaltungsgebäude, Büroumgebungen, Industrieanlagen
Organisationen mit klar geregeltem Zugang und hoher Personalfluktuation

Worauf zu achten ist:
Regelmäßige Aktualisierung der Rechte
Verlust oder Missbrauch muss technisch abgesichert sein (z. B. Sperrfunktion)

2. Tokens & mobile Authentifizierung – flexibel und dezentral
Geräte, Apps oder Verfahren, die temporäre Zugangscodes erzeugen
Häufig im Einsatz bei Webportalen oder als zweiter Faktor (z. B. MFA)
Auch als mobiler QR-Code oder Push-Freigabe realisierbar

Geeignet für:
Außendienst, Homeoffice, projektbezogene Arbeit
Organisationen mit hoher Flexibilität oder dezentraler Struktur

Worauf zu achten ist:
Stabilität der Internetverbindung
Schulung und Akzeptanz bei der Belegschaft
Unterstützung durch IT bei Einrichtung und Support

3. Biometrie – sicher, aber nicht für jede Umgebung ideal
Nutzung individueller Merkmale wie Fingerabdruck, Iris oder Gesicht
Kann kontaktlos funktionieren und lässt sich schwer fälschen
Teilweise hohe Investitions- und Wartungskosten

Geeignet für:
Hochsicherheitsbereiche, Labore, Rechenzentren
Einsatz mit hohem Bedarf an lückenloser Nachvollziehbarkeit

Worauf zu achten ist:
Datenschutzrechtliche Anforderungen (besondere Kategorien nach DSGVO)
Akzeptanzprobleme bei Belegschaft nicht unterschätzen
Alternative Verfahren für Ausnahmen notwendig (z. B. Verletzungen, technische Fehler)

Einordnung und Entscheidungshilfen

Technologiewahl sollte immer abhängig sein von:

Organisationsgröße und Komplexität
Standorten und Arbeitsmodellen
Digitalisierungsgrad und IT-Infrastruktur
Budget und Ressourcen für Einführung und Support
Rechtskonformität und Datenschutzaspekte

Technologie ≠ Identität – sondern nur ihr Träger

Wichtig zu verstehen:

Technologie ist nicht die Identität selbst – sondern ihr Trägermedium. Eine gute Lösung erkennt man daran, dass sie zur Organisation passt, sich in Prozesse integrieren lässt und im Alltag funktioniert. Ohne Aufwand für die Mitarbeitenden zu verursachen.

Fazit

Digitale Identität lebt von Verlässlichkeit und Akzeptanz. Technologien wie Smartcards, Tokens oder Biometrie helfen dabei, wenn sie durchdacht eingeführt, gut kommuniziert und konsequent gepflegt werden. Nicht jede Lösung passt überall, aber jede Organisation kann eine passende Lösung finden.

Ausblick auf Teil V

Im letzten Teil unserer Serie zeigen wir konkret, wie Organisationen den Einstieg in das Thema Identitätsmanagement strukturiert angehen können. In 5 praxisnahen Schritten.