Digitale Identität ist ein Datenschutzthema
Sobald personenbezogene Daten verarbeitet werden – etwa bei der Zeiterfassung, in digitalen Personalakten oder bei Zutrittsrechten – ist klar: Die DSGVO ist zentral.
Denn digitale Identität bildet genau das ab, was besonders geschützt werden muss:
Wer arbeitet wann, wo und wie?
Wer hat Zugriff auf welche Daten oder Bereiche?
Wer genehmigt, wer dokumentiert, wer wertet aus?
Diese Fragen berühren organisatorische Prozesse ebenso wie rechtliche und ethische Grenzen.
Die DSGVO – Rahmen, kein Hinderniss
Digitale Identitätsverwaltung ist nicht automatisch ein Risiko. Sie lässt sich datenschutzkonform und sicher gestalten, wenn einige Grundprinzipien eingehalten werden:
1. Zweckbindung
Daten dürfen nur für klar definierte Zwecke verarbeitet werden (z. B. Zutritt, Arbeitszeiterfassung).
2. Datenminimierung
Nur notwendige Daten dürfen erhoben werden – keine „Vorratsdaten“ auf Verdacht.
3. Transparenz
Mitarbeitende müssen wissen, welche Daten zu welchem Zweck verarbeitet werden. Und das verständlich dokumentiert.
4. Integrität und Vertraulichkeit
Systeme müssen so gestaltet sein, dass keine unbefugte Einsicht oder Änderung möglich ist.
5. Nachvollziehbarkeit
Alle relevanten Prozesse müssen sich im Zweifel rekonstruieren lassen – auch rückwirkend.
Was ist digitale Integrität?
Digitale Integrität bedeutet, dass Informationen:
vollständig erfasst
unverändert gespeichert
systematisch geschützt
nachvollziehbar dokumentiert sind
Das betrifft etwa:
Arbeitszeitnachweise (z. B. für das Arbeitszeitgesetz oder Tarifverträge)
Zugriffsprotokolle bei sensiblen Bereichen
Rollenverläufe bei Mitarbeitenden (z. B. bei Beförderung oder Projektleitung)
Digitale Integrität ist damit ein IT-Thema und ein zentrales Element für rechtssichere Arbeitsprozesse.
Perspektiven auf Vertrauen und Datenschutz
Für Mitarbeitende
Das Gefühl, dass mit ihren Daten verantwortungsvoll umgegangen wird
Klarheit darüber, wer was sehen und ändern darf
Möglichkeit zur Auskunft und Kontrolle über eigene Daten
Für Personalverantwortliche
Sicherheit bei Audits und internen Prüfungen
Vermeidung von Konflikten mit Betriebsrat oder Datenschutzbeauftragten
Grundlage für transparente Kommunikation im Team
Für Geschäftsführung und Organisation
Risikominimierung bei Verstößen
Rechtssicherheit gegenüber Behörden und Aufsichtsstellen
Vertrauen nach innen und außen – als Faktor im Wettbewerb um Fachkräfte
Fazit
Digitale Identität berührt die Grenze zwischen Organisation und Mensch. Wer sich dieser Verantwortung stellt, gewinnt mehr als rechtliche Sicherheit. Nämlich Vertrauen, Klarheit und Akzeptanz im digitalen Wandel.
Ausblick auf Teil IV
Im nächsten Beitrag werfen wir einen Blick auf die technologischen Grundlagen digitaler Identität. Welche Lösungen sind heute im Einsatz und welche eignen sich für unterschiedliche Organisationstypen?