People Analytics in HR und Workforce Management - Teil IV

14. Januar 2026
3 Min Lesezeit

Datenanalyse allein reicht nicht

People Analytics verspricht bessere Entscheidungen auf Basis realer Daten. Doch in der Praxis zeigt sich, Technik und Daten sind nur ein Teil des Erfolgs.

Wer nicht auf Datenschutz, Kommunikation und Kultur achtet, riskiert:

Misstrauen
Fehlinterpretationen
oder Blockaden bei Führungskräften und Mitarbeitenden

Herausforderung 1

Datenschutz und Datenethik

Rechtliche Rahmenbedingungen -
People Analytics nutzt personenbezogene Daten Darunter teils besonders schützenswerte Informationen (z. B. Krankheitstage, Qualifikationen, Zeitkonten).

Die DSGVO und nationale Datenschutzgesetze geben klare Vorgaben:

Daten dürfen nur zweckgebunden verarbeitet werden
Es gilt das Prinzip der Datenminimierung
Mitarbeitende haben Auskunfts- und Widerspruchsrechte

Konsequenz:
People Analytics braucht definierte Rechtsgrundlagen, Berechtigungskonzepte und Transparenzpflichten.

Praxistipp

Nur die Daten auswerten, die für die jeweilige Fragestellung erforderlich sind
Keine personenbezogene Überwachung – Fokus auf Muster, nicht auf Einzelfälle
Mitarbeitende aktiv informieren: Was wird erfasst, was nicht, wozu?

Herausforderung 2

Interpretation statt Automatisierung

Daten zeigen Auffälligkeiten, aber nicht automatisch Ursachen.

Fehlzeitenanstiege, Überstunden oder Schichtabweichungen können viele Gründe haben:

Führung
Organisation
Teamdynamik
individuelle Lebenssituation

Gefahr:
Daten werden zu schnell als „Beweise“ verstanden, ohne Kontext oder Gespräch.

Praxistipp

Auswertungen immer im Dialog interpretieren, z. B. in Personalgesprächen oder Teamrunden
Führungskräfte nicht nur mit Zahlen konfrontieren, sondern befähigen, diese einzuordnen
Keine Rückschlüsse ohne Einbindung der Betroffenen

Herausforderung 3

Führungskultur und Akzeptanz

People Analytics verändert HR- und Führungsarbeit in Richtung:

mehr Transparenz
mehr Vergleichbarkeit
mehr gemeinsame Verantwortung

Nicht jede Führungskraft oder jedes Team reagiert positiv. Besonders, wenn das Gefühl entsteht, „bewertet“ oder „überwacht“ zu werden.

Praxistipp

Frühzeitige Einbindung von Führungskräften und Betriebs-/Personalräten
Auswertungen verständlich und visuell nachvollziehbar aufbereiten
Fehlerfreundliche Kommunikation: Es geht um Entwicklung, nicht um Kontrolle

Herausforderung 4

Rollen und Verantwortung

Wer ist zuständig für People Analytics?
HR?
IT?
Führung?
Geschäftsleitung?

Ohne klare Rollenverteilung entstehen Datensilos, Missverständnisse oder ungenutzte Potenziale.

Praxistipp

Verantwortung aufteilen: HR für Kontext, IT für Struktur, Führung für Umsetzung
Schulungen & Briefings als Bestandteil der Einführung
Interdisziplinäre Zusammenarbeit stärken

Fazit

People Analytics dient der gemeinsamen Entwicklung, nicht der Kontrolle. Wer Datenschutz, Kommunikation, Rollen und Deutungshoheit mitdenkt, schafft mehr als ein BI-Dashboard. Er schafft Vertrauen, Lernfähigkeit und echte Handlungsfähigkeit, über Abteilungsgrenzen hinweg.

Ausblick auf Teil V

Zum Abschluss zeigen wir, wie Organisationen in fünf strukturierten Schritten mit People Analytics starten können , ohne Überforderung, aber mit Systematik.